Die unterschiedlichen Lebensräume

Die Projektkulisse Unterteilt sich in drei Lebensräume mit unterschiedlichem Management, dabei finden insbesondere traditionelle, extensive Landnutzungsformen ihre Anwendung um wertvolle Strukturvielfalt und diverse Lebensräume zu schaffen.

Beweidungsfläche


Innerhalb des Waldrandgebietes wurden bewusst großräumige Lichtungen geschaffen und ein Magerrasen angelegt. Es gilt, Magere Standorte sind vielfältig! Auf mageren Böden können heimische Wildblumen und -kräuter besonders gut wachsen, während sie auf nährstoffreichen Böden von Gräsern verdrängt würden. Die Landschaftspflege übernehmen bei uns die Bayrischen Waldschafe. Sie transportieren in ihrer Wolle die wertvollen Samen über die gesamte Fläche. Um seltene Pflanzenarten zu fördern, werden solche blütenreichen Flächen im Vogelsang erst sehr spät beweidet.

Der Mittelwald


Der Mittelwald ist eine kulturhistorische Waldnutzungsform, welche bis ins Mittelalter zurück reicht. Dabei werden alle 20-30 Jahre ein Großteil der Bäume zur Brennholzgewinnung auf den Stock gesetzt. Einzelne Bäume, häufig Eichen, bleiben stehen und werden erst nach 150 Jahren zur Bauholzgewinnung entnommen. Im Vogelsang hingegen, werden die Altbäume nicht mehr entnommen. Mittelwälder sind somit lichte Wälder. Auf diese Weise entsteht ein einzigartiger Lebensraum mit einer großen Strukturvielfalt. Mittelwälder gehören sogar zu den artenreichsten Lebensräumen überhaupt. IN den Altbäumen, der Strauchschicht und der artenreichen Krautschicht finden eine Vielzahl an Lebewesen ein zu Hause. Traditionell wurden Mittelwälder früher zusätzlich beweidet, so auch im Vogelsang.

Prozessschutz


Der Prozessschutz ist eine eher junge Naturschutz-Strategie und beruht auf dem Nicht-Eingreifen des Menschen und dem Zulassen von Natürlichen Prozessen in Ökosystemen. So schafft der Natürliche Prozess immer wieder neue Lebensräume. Im Vogelsang werden natürliche Prozesse bewusst initiiert. Prozessschutz-Wälder zeichnen sich durch eine Vielzahl an Altbäumen und Totholz aus. Im Vogelsang werden z.b. jährlich stehendes und liegendes Totholz angereichert. Von dieser Maßnahme profitieren zahlreiche zum Teil äußerst seltene Käfer sowie Vögel und Fledermäuse.